72 virgins in Berlin

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PRESS ANNOUNCEMENT

72 virgins in Berlin

Performance: December 19th, 2009 I 2-7pm
From The Berlin State Library (Staatsbibliothek zu Berlin) to Martin-Gropius-Bau

The performance 72 virgins by the Iranian artist Shahram Entekhabi has a similarity to a flashmob action. It starts at The Berlin State Library (Staatsbibliothek zu Berlin). The artist Entekhabi and 72 individuals characterised as "virgins" and dressed in black, meet there to walk to the Martin-Gropius-Bau. Here - in the framework of the Taswir exhibition the performance ends.

Similar to Shahram Entekhabis previous projects, the 72 Virgins performance project features the artist Shahram Entekhabi deconstructing the stereotype of The Other, migrant foreigners and those on the periphery of society. In doing so, 72 Virgins highlights the clichés about Muslims by casting a critical view to notions of masculinity. It also questions the ideals and realities of roles and promises as (mis)interpreted and instrumentalized by ideology, religious discourse and society to rally and recruit people for political gain. Indeed, circles within contemporary Islamic debate claim that this practice has no authenticity and is constantly contended. The project also engages in a critical, albeit humorous, view of rites of passage like marriage which usually takes place between birth and death. However for martyrs, their marriage (to 72 virgins) takes place after death.

72 Virgins offers a tongue-in-cheek view of the establishment of knowledge. Here, it might be possible for the Jewish/Christian Western male to consider reaching 72 virgins in paradise as a form of religious sacrifice and honour, due to ones innate sexual desires and wishes as well as the rich sexual imagery rooted in Judeo-Christian traditions

 
 

PRESSEMITTEILUNG

72 Jungfrauen in Berlin

Performance: 19.12.09 | 14-17h
Vom Staatsbibliothek zu Berlin zum Martin-Gropius-Bau

Die Performance "72 Jungfrauen" ist ein Projekt des iranischen Künstlers Shahram Entekhabi, das im Rahmen des Workshops „Wege der Poesie – Mythos/Miniatur/Dichtung“ innerhalb der Ausstellung „TASWIR – Islamische Bildwelten und Moderne“ im Martin-Gropius-Bau, Berlin stattfinden wird. Das Projekt wird gefördert von der Allianz Kulturstiftung, ha´atelier und dem KunstBüroBerlin. Zum ersten Mal wurde diese Perfomance im März 2009, in Zusammenarbeit mit dem National Center for Contemporary Art Kaliningrad der Russischen Föderation, aufgeführt.

"72 Jungfrauen" trägt die Züge eines "flashmobs" und beginnt in Staatsbibliothek zu Berlin. Der Künstler Shahram Entekhabi wird sich dort mit 72, als Jungfrauen charakterisierte, schwarz gekleidete AkteurInnen dort treffen, um gemeinsam zum Martin-Gropius-Bau zu laufen. Dort - in der Ausstellung Taswir - löst sich die Performance auf.

Einerseits hat die Arbeit Entekhabis einen in der islamischen wie westlichen Welt weit verbreiteten Irrtum bezüglich des Korans zum Hintergrund. Demnach sollen dem Märtyrer bei seinem Einzug ins Paradies angeblich 72 Jungfrauen erwarten. Tatsächlich aber ist im Koran von 72 Houri die Rede, 72 engelhaften
Wesen, die den Gläubigen im Paradies erwarten. Die diversen Interpretationen und Übersetzungen des Koran beschreiben die Houri vereinfachend als Jungfrauen.

Die Kopftücher kennzeichnen die AkteurInnen in Entekhabis Performance als gläubige Muslima, die weißen Blumen in ihren Händen verweisen auf ihre Unschuld wie auch auf die Eheschließung zwischen ihnen und dem männlichen Akteur, womit auch das Phänomen der Polygamie in der islamischen Welt angesprochen wird.
Entekhabi hat für seine Performance zur Regel gemacht, dass es im Ermessen der einzelnen AkteurIn liegt, ob sie sich als Jungfrau empfindet (undgewissermassen auch, ob sie sich dem weiblichen Geschlecht zugehörig empfindet). Am Ende der Performance erhält jede TeilnehmerIn ein signiertes schwarzes Kopftuch, das Teil einer 72-teiligen Edition zum Projekt ist.

Wesentliches Anliegen der Performance von Entekhabi ist die Thematisierung von ideologisch überformten Klischées, etwa über Muslime, die Überwindung von Angst und Ablehnung von Andersartigkeit. Andererseits liegt der Performance ein Kunstbegriff zu Grunde, der das Werk in den öffentlichen Raum, in den Stadtraum bringt. Die Auflösung des Werks wird hingegen ins Museum, dem Ort der Bewahrung und Konservierung von Kunst gebracht. Damit liefert die Performance auch einen Kommentar zu Bildkonzeptionen als dem allgemeinen Thema der Taswir-Ausstellung.

 
 
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72 Virgins-Berlin, By
Shahram Entekhabi
A performance on the Occasion of Taswir exhibition by Ha atelier
Supported by Allianz Kulturstiftung
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© Shahram Entekhabi 2009

 

ha atelier

Damina Khaira, Research Interests: SouthEast Asia, Borneo; indigeneity, identity politics, heritage. dkhaira@fas.harvard.edu