him and her, 2006
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“ Him and Her” consists of a series of film magazines that had been painted over with permanent maker. Entekhabi covered all bodies of the female figures with a chador (the word “chador” in Farsi means both, “tent” as well as “veil”) and all heads of the male figures with a sack that reminds us of the disputed US-American practice of isolating male political prisoners from their surroundings. Whereas in Islamic countries the female body is meant to be “protected” from the penetrating view of a male society with the help of the veil, the West mirrors this practice by inversion through seriously constricting the functions of the most important sense organs in order to make any contact with the outer world impossible. |
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![]() him and her |
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Magazin H & M, Acryl und Permanent Marker, 30 x 23 cm,
2006 Shahram Entekhabi
Mit dem Verhüllen spricht der Künstler die Frage nach der Identitätsentwicklung eines Menschen und eines ganzen Volkes an, die durch die „Uniformierung“ eingeschränkt wird und schliesslich zum inneren Konflikt führen kann. Anders als in der Realität, lässt er teilweise Füsse, ganze Beine oder Arme sichtbar bleiben und evoziert damit das Bedürfnis nach Freiheit der Verhüllten. Mit den Übermalungen der Models hinterfragt der Künstler auf der anderen Seite die heute vorherrschenden Schönheitsvorstellungen der westlichen Welt. „ In „Tents and Sacks“ (2006) geht Entekhabi erstmals einen Schritt weiter und übermalt auf Filmpostern von Tarantino, Mr. & Mrs. Smith (mit Angela Jolie und Brad Pitt) u.a. nicht nur die Frauenfiguren sondern auch die Köpfe der Männer. Er stülpt ihnen eine graue Tüte über das Haupt und versteckt so ihr Gesicht. Es ist dies eine Technik, die an die Praxis der US-Amerikaner erinnert, wenn sie männliche politische Gefangene isolieren oder transportieren. Jeglicher Blickkontakt mit der Umwelt ist ausgeschlossen, was zur Desorientierung des Betroffenen führt und jegliche Kommunikation verhindert. „Him & Her“ ist die Weiterführung und der Abschluss dieser Übermalungs- resp. Verhüllungsserie des Künstlers. Im ganzen Magazin stellt er Schleier und Tüten einander gegenüber. Während seit dem geschichtsträchtigen 11. September in der westlichen Welt durch die Medien der schwarze Tschador zur Metapher für den fundamentalistischen Islam hochstilisiert wurde, werden inzwischen die mit übergestülpten Beuteln gefangenen Männer, ob schuldig oder nicht, als potentielle Terroristen manifestiert. Entekhabi beschäftigt sich mittels dieser im Westen vorherrschenden Bilder mit seiner eigenen Herkunft, seiner Migration, den damit verbundenen Erfahrungen und mit der aktuellen Weltgeschichte per se. Die mit „Migrant“ betitelte Fotoserie und das gleichnamige Video zeigen den Künstler, wie er von Sicherheitspersonal gefilzt wird. Entekhabi weiss aus eigener Erfahrung, was es heisst mit einem iranischen Pass im Westen zu leben und zu reisen. Primär ist man verdächtig und wird als potentiell gefährlich eingestuft. Es gibt keine Grauzonen. Auf die Frage, was die Migration bei ihm persönlich bewirkt hat, antwortet er: „Zunächst völlige Desorientierung. Und nach einer gewissen Zeit hatte ich das Bedürfnis, mich vom Heimatland zu distanzieren.“ 1963 geboren, verliess er nach dem Erststudium an der Universität Teheran den Iran, um in Perugia Architektur, Urbanismus und die italienische Sprache zu studieren. Anschliessend lebt und arbeitet er ab 1983 in Berlin und seit 2006 in London. Erst in diesem Jahr kehrte er nach über zwanzig Jahren erstmals für einen kurzen Aufenthalt in den Iran zurück. Text: Dolores Denaro, Kuratorin and Direktorin CentrePasquArt Biel
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